
Der Chor JAM gastierte zum zweiten Mal
Leopoldshöhe (ted/ED). Die Kirche am Marktplatz strahlte, als der gemischte Chor JAM aus Detmold zum zweiten Mal in Leopoldshöhe zu Gast war. Etwa 200 LED-Kerzen hatten die Veranstalter der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe im Innenraum der Kirche verteilt und den gesamten Raum so in einen warmen Glanz getaucht.
JAM, steht für „Jazz an more“. Beim jüngsten Konzert in Leopoldshöhe war mehr „and more“ als „Jazz“ zu hören. Die Kirchengemeinde hatte mit den Kerzen eine fast weihnachtliche Stimmung hervorgerufen. Vorab hatten sich Gäste an der Kirchenbar mit Getränken und Brezeln versorgt.
Mit einem samtig nuanciert gesungenen Adiemus des walisischen Komponisten Karl Jenkins nahm der Chor die Atmosphäre in der Kirche auf und begann sein Konzert. Den gemischten Chor JAM aus Detmold gibt es seit etwa 20 Jahren. Sein Chorleiter Simon Herten, ausgebildeter Sänger, Musiklehrer und Chorleiter, ist in Leopoldshöhe bekannt durch das weihnachtliche Schwarmsingen. Das veranstaltete er mit Sebastian Müller, gelernter Tonmeister und Namensgeber der Sebastian Müller Band, in der Adventszeit in der Kirche. Sebastian Müller ist bei diesem JAM Konzert am Klavier dabei. Peter von der Gathen ist bei einigen Songs mit seiner Gitarre im Einsatz.
Der Chor wagt sich an Songs, wie “A day in the live of a fool” von Frank Sinatra oder “I wish you love“, auch von Sinatra interpretiert, geschrieben aber von Charles Trenet. Zurückhaltend, oft mit halber Stimme, fast immer auswendig trägt der Chor die Songs vor. Dem musikalisch anspruchsvollen “Big Yellow Taxi” von Joni Mitchell, das der Chor im vergangenen Jahr zum ersten Mal präsentierte, folgte eine Hommage an Dolly Parton und eine Premiere ihres Songs „Nine to five“.
Erst nach ihrem Tod ist vielen bewusst geworden, dass Dolly Parton nicht nur die bewusst künstlich aufgestylte Country-Sängerin, war. Sie stand unter anderem hinter vielen, nicht-öffentlich gemachten musikalischen Bildungsinitiativen in den USA und verfasste Songs, die andere Künstler bekannt gemacht haben. Mit dem ruhigen „Unwritten“ von Natasha Bedingfield und “Sign of Times” von Harry Styles schickte JAM das Publikum in die Pause.
Die großzügig bemessene Pause nutzen die Zuhörer und Zuhörerinnen für Gespräche. An der Kirchenbar versorgten sie sich mit Getränken.
An den Anfang der 1970er Jahre leitete JAM sein Publikum mit „Higher Ground“, von Steve Wonder. Noch ein paar Jahre zurück ging es mit der traditionellen nordenglischen Ballade „Scarborough fair“, angelehnt an die Interpretation des Duos „Simon & Garfunkel“ aus den 1960er Jahren. Jazz in Form von Swing servierte der Chor mit “All the things you are” von Ella Fitzgerald.
Mit der gefühlvoll vorgetragenen Ballade „Ich seh‘ dich“ leitete JAM zum schwungvollen Song „River of dreams“ von Billy Joel über.
Die beiden letzten Beiträge ließen die Band Queen und ihren Frontmann Freddy Mercury zu Wort kommen. „Don’t stop me now“ und vor allen die chorische Interpretation der epochemachenden „Bohemian Rhapsody“ ließ die Ohren für das öffnen, was man mit Chören leisten kann. Das Publikum bedankte sich mit stehend und bekam mit “Fix you“ von Coldplay” eine wunderbare Zugabe.






