
Der Heimatverein feiert sein 50-jähriges Bestehen ganz groß
Leopoldshöhe (ED). Die letzten Vorbereitungen laufen. „Wir liegen voll im Plan,“ sagt Helmut Depping, Vorsitzender des Heimatvereins im Gespräch mit den Leopoldshöher Nachrichten eine Woche vor dem großen Fest. Die Remise ist fertig gebaut und bereits bestückt.
Einige der Exponate sind auch schon restauriert. „Das gehen wir jetzt so nach und nach an. Als nächstes ist die große Dreschmaschine dran.“ Depping weist auf die neueste Errungenschaft bei den Großgeräten. „Die stand bei Hafemanns lange in der Scheune. Das ist eine echte Rarität aus den Jahren um 1900 mit einer besonderen Vorrichtung: Die Dreschmaschine verfügt über eine “centrische Verstellung des Korbes an Dreschmaschinen”, die 1880 der Firma Niebaum & Gutenberg in Herford vom Kaiserlichen Patentamt patentiert wurde.
Neben der Dreschmaschine liegen Lehmziegel. „Die hat das Zeigeleimuseum in Lage gespendet und auch den Lehm. Der Landesverband liefert noch Putzlehm, den hole ich heute Nachmittag ab“, berichtet Helmut Depping weiter. In diesem Moment fährt Kurt Abel mit seinem Kombi vor und lädt eine große sauber geschliffene Eichenholzplatte aus. Er hat die Platte als Hintergrund für die Tafel der NRW-Stiftung gesägt und geschliffen. Nun muss sie noch vor der Remise aufgestellt werden. „Die NRW-Stiftung hat uns sehr unterstützt“, sagt Depping.
Die Remise haben die Männer der Dienstagsgruppe eingezäunt, um sie vor Vandalismus zu schützen. „Das Holz haben wir eingekauft, die Aufstellarbeiten haben wir in Eigenarbeit erledigt“, sagt Depping.

Der Heimatvereinsvorsitzende ist selbst noch ein wenig überrascht, wie gut und reibungslos die bisherigen Vorbereitungen gelaufen sind: „Als wir im vergangenen Jahr `Altes Handwerk` als Thema fürs Sommerfest beschlossen haben, war ich zunächst skeptisch. Doch alle angesprochenen Handwerker waren sofort dabei und zwar ehrenamtlich.“
Der Hufschmied Ulrich Gerusel praktiziert historisches Hufeisenschmieden, führt eine eigene Huflehrschmiede und ist deutschlandweit mit Lehrgängen unterwegs. Er und sein Team sind bereits am Samstag um 17 Uhr mit ihren Ambossen zum Showschmieden auf dem hinteren Parkplatz zu sehen. Am Sonntag laden sie zum Mitmachschmieden ein. Die selbst bearbeiteten Stücke dürfen mitgenommen werden.
Ernst Relzow und sein Team kommen am Sonntag mit dem großen Dachdeckeraufzug, aus dem die Besucher und Besucherinnen den Heimathof aus anderer Perspektive erleben können. Außerdem bietet die Mannschaft eine Einführung ins Schieferschlagen an. Dabei können die Gäste kleine Schieferstücke selbst bearbeiten und anschließend mit nach Hause nehmen.

Julian Schulze mit seinem Tischlereiteam und der Restaurator Benjamin Neunes laden an der Remise zu Mitmachaktionen mit Lehm ein. Außerdem können sie als Fachleute für Restauration sicherlich auch so manchen privaten Tipp geben.
Auf der großen Wiese hinter dem Backhaus haben die Strickschläger um Hermann Buchholz ihren Bereich zum Zuschauen und Ausprobieren. „Die brauchen für ihre langen Stricke viel Platz,“ sagt Depping. Auf dem eingezäunten Teil der großen Wiese dahinter finden die Besucher und Besucherinnen Pia Völker und Carolin Bünting mit ihren Schafen.
Großvater und Enkel, Baldur und Erik Hafemann zeigen die Kunst des Dengelns von Sensen und geben Tipps. Norbert Rosin von den Niehagener Schützen bietet wie schon bei vergangenen Veranstaltungen das beliebte Bogenschießen zum Probieren an.
Und selbstverständlich hat auch das Heimatmuseum seine Türen für Besucher und Besucherinnen geöffnet.
Alle Aktionen sind kostenfrei. Es werden Spenden erbeten. Die Erlöse vom Samstag kommen dem Heimatverein zugute zur Finanzierung von weiteren Veranstaltungen. Die gesamten Erlöse vom Sonntag kommen dem Verein `Cup der guten Hoffnung`zugute. Der Verein “Cup der guten Hoffnung” sammelt primär durch Fußball-Turniere Geld, um die ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit Lippe in Detmold zu unterstützen.

Am Samstag gibt es außerdem ab 19 Uhr Live-Musik aus Jazz, Soul und Pop von den Harmony Sisters und am Sonntag begleiten die 4 Harmony’s das aktionsreiche Treiben auf dem Heimathof musikalisch.
Wer den Heimatverein kennt, weiß, dass auch für gutes Essen und Trinken gesorgt wird. Während des Gespräches mit den Leopoldshöher Nachrichten erhält Helmut Depping die Mitteilung, dass die Bestellung der Pommes bestätigt wurde. Die Kinder können also kommen. Neben Pommes und Bratwurst gibt es am Nachmittag natürlich frischen Kaffee und Kuchen und zum “Runterspülen” kühle Getränke mit und ohne Alkohol.

Wichtig ist Helmut Depping noch zu erwähnen, dass der Heimatverein sich seit seiner Gründung vor 50 Jahren als Verein für alle Ortsteile Leopoldshöhes begreift und demzufolge habe er auch an alle Vereine, Institutionen und kirchlichen Gemeinden eine Einladung versendet.
Ein zweites Telefonat unterbricht das Gespräch. Ein Ständer ist abzuholen, möglichst heute noch. In einem weiteren Telefonat wird die Angelegenheit geklärt: Zwei Ehrenamtliche organisieren den Transport mit ihrem Anhänger:” Wir machen das schon, Helmut.” Dann drängt die Zeit, heute Nachmittag will Depping noch beim Landesverband den Putzlehm abholen, den der LVL für die Remise gespendet hat. Es ist noch einiges zu tun, aber Helmut Depping ist sehr zuversichtlich: “Alle geben ihr Bestes und wir liegen voll im Plan.”

Das Fest beginnt am Samstag, 29. August 2026, um 17 Uhr und am Sonntag, 30. August 2026, um 11 Uhr mit der offiziellen Begrüßung, Grußworten und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Mitglieder der ersten Stunde, gefolgt vom Sektempfang um 12 Uhr. Start der einzelnen Aktionen ist für 12.30 Uhr geplant.





