Feldrittersporn ist Blume des Jahres 2026

Der Acker- oder Feldrittersporn ist die Blume des Jahres 2026. Foto: NABU Leopoldshöhe/Ewald Thies
Der Acker- oder Feldrittersporn ist die Blume des Jahres 2026. Foto: NABU Leopoldshöhe/Ewald Thies

NABU Leopoldshöhe – Naturinfo

von Ewald Thies

Leopoldshöhe. Er leuchtet schon von weitem kräftig dunkelblau aus den Rändern von Getreideäckern oder auch auf frischen Erdhaufen: Der Acker- oder Feldrittersporn (Consolida regalis) ist eine wahre Zierde der Getreideäcker. Man findet ihn bisweilen aber auch an Wegrändern, auf Brachen oder frisch aufgeschobenen, lehmigen Erdhaufen. Die Pflanze bevorzugt einen kalkhaltigen, humosen Lehmboden und kommt in Deutschland vom nordöstlichen Tiefland bis in die kalkreicheren Mittelgebirge und das Voralpenland vor, ist jedoch westlich des Rheins, im Norden und Nordwesten Deutschlands selten beziehungsweise fehlt dort ganz. Als Ackerpflanze ist sie in den Gebieten mit vorherrschender Grünlandnutzung natürlich kaum zu finden. 

Auffällig am Acker-Rittersporn ist der bis zu 2,5 Zentimeter lange Blütensporn, dem die Pflanze ihren Namen verdankt. Die Pflanze blüht von Mai bis September.

Der Ackerrittersporn ist durch die Unkrautbekämpfung mit Herbiziden, eine effektive Saatgutreinigung und den Verlust von Ackerrändern durch immer größere Ackerschläge sehr selten geworden. Mit ihm gehören seine Begleiter, wie Sommeradonisröschen, Haftdolde, Frauenspiegel oder auch die Kornblume zu den vom Aussterben bedrohten Ackerwildkrautgesellschaften.

Örtlich kommt der Rittersporn oft nur noch auf Ödland vor. Hans Dudler vom NABU Leopoldshöhe erinnert sich: “Vor einigen Jahren entdeckten wir auf einem örtlichen Deponiegelände einige schöne, üppig blühende Exemplare vom Feld-Rittersporn”. Mehr noch: “Wir stellten fest, es erfreut uns”, so der Insektenkundler,“dass auf dem ehemaligen Sportplatzgelände in Greste in einer Ruderalfläche und auf einer Blühwiese auch einige Pflanzen dieser Ackerwildpflanze zur Entwicklung kamen”.

Vor etwa 9.000 Jahren wurde der Ackerbau im fruchtbaren Halbmond Mesopotamiens erfunden und hat sich anschließend mit Migrationsbewegungen bis nach Europa ausgebreitet.  

Mit Emmer, Einkorn, Weizen, Gerste und anderen Kulturpflanzen kamen auch viele Wildpflanzen, die in den neu entstandenen Lebensräumen passende Standortbedingungen vorfanden – Ackergewächse, die aber keine landwirtschaftliche Nutzbedeutung erlangten.

Mit der Zeit entwickelte sich ein artenreiches Zusammenspiel von Ackerwildkräutern, feldbewohnenden Tieren und den von Menschen angebauten Nutzpflanzen. So sind für uns Mohn, Kornblume und Kamille, aber auch Feldhamster, Feldhase, Feldlerche und Rebhuhn unmittelbar mit dieser Landschaft verknüpft und nicht wegzudenken. 

Gefährdet durch Unkrautbekämpfung und Saatgutreinigung

Was über Jahrtausende entstand, ist in nur wenigen Jahrzehnten nahezu verschwunden, ist nun extrem bedroht. Mit dem Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln, mit der zunehmenden Mechanisierung und Bodenbearbeitung bewirkt die intensive Landwirtschaft, dass die Vielfalt sowohl an Kulturpflanzen aber auch an Wildpflanzenarten erheblich reduziert wird.

Auch die Saatgutaufbereitung ist ein wichtiger Grund für die Abnahme der wild wachsenden Pflanzen auf den Äckern, da ihre Samen nun nicht mehr wie früher mit denen der Kulturpflanzen ausgebracht werden. Diese Maßnahmen waren und sind so effektiv, dass die Arten der sogenannten Segetalflora heute zu den am stärksten gefährdeten Pflanzen gehören.

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