
Landrat verleiht Lippischen Ehrenring 2025
Kreis Lippe. Das LWL-Freilichtmuseum Detmold bot die feierliche Kulisse für eine besondere Würdigung: Landrat Meinolf Haase hat dort den Lippischen Ehrenring 2025 verliehen. Insgesamt sechs Preisträger sowie zwei Sonderpreisträger wurden für ihren herausragenden ehrenamtlichen Einsatz geehrt, schreibt der Kreis Lippe in einer Mitteilung.
„Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft in Lippe erst lebenswert: Sie stärken das Vertrauen, verbinden Generationen, verankern Werte und Verantwortung, Respekt und Gemeinschaft. Ehrenamt zeigt, dass aktive Mitgestaltung in jedem Alter möglich ist und dass gemeinsames Handeln mehr bewirken kann als Einzelne für sich allein“, hob Landrat Meinolf Haase in seiner Begrüßung hervor.
Ulrich Müller aus Barntrup erhielt die Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement im Trampolinsport. Wilhelm Kramer aus Detmold wurde für seine besonderen Verdienste im Sport, insbesondere im VfL Hiddesen, geehrt. Gisela Langner aus Lage erhielt die Würdigung für ihr langjähriges soziales Engagement im Karolinenheim Lage. Bernhard Utke aus Dörentrup wurde für seinen vielfältigen Einsatz im Sport sowie für den Erhalt der Heimat und regionalen Kultur ausgezeichnet. Der Ehrenring für Ina Mattenklott aus Lemgo würdigt ihren Einsatz im Weltladen Lemgo. Stellvertretend nahm ihre Mitstreiterin Traude Gedeon den Ehrenring entgegen. Heinz Tölle aus Lage wurde für sein jahrzehntelanges Wirken in der Heimatpflege, Kultur sowie der Kinder- und Jugendförderung geehrt. Der Preis für „Jugendliches Engagement“ ging an Jannes Hartwig aus dem Kalletal, der sich als Fußballschiedsrichter verdient gemacht hat. Den Sonderpreis für „gemeinsames Engagement“ erhielt der Förderverein Sabbenhausen für seinen Einsatz in der Kultur- und Heimatpflege.
Ehrenamtliche übernehmen soziale Verantwortung, verschenken Zeit um zu helfen und Dinge zu bewegen. „Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr wieder sechs Lippische Ehrenringe sowie zwei Sonderpreise an besonders Engagierte verliehen werden konnten“, erklärt Nicole Plugge vom Ehrenamtsbüro des Kreises Lippe. Vorschläge für die Auszeichnung mit dem Lippischen Ehrenring 2026 können ab sofort beim Ehrenamtsbüro per E-Mail an ehrenamt@kreis-lippe.de eingereicht werden.
Die Preisträger
Ulrich Müller, Engagementfeld Sport: Für sein außergewöhnliches Lebenswerk im Trampolinsport hat Landrat Meinolf Haase den Barntruper Ulrich Müller mit dem Lippischen Ehrenring ausgezeichnet. Seit 1974 ist Müller tragende Säule des TSV Bösingfeld und bis heute als Trainer aktiv. Auch überregional setzt er Maßstäbe: Als Landesfachwart im Westfälischen Turnerbund, B-Trainer und Kampfrichter bei Deutschen Meisterschaften prägt er den Trampolinsport seit Jahrzehnten. Zudem machte er den von ihm organisierten „Extertal-Cup“ zum bundesweiten Qualifikations-Wettbewerb. Neben seinem sportlichen Einsatz wurde Müller auch als Lebensretter gewürdigt: 1995 ermöglichte er einem Jungen in den USA durch eine Knochenmarkspende eine zweite Lebenschance.
Wilhelm Kramer, Engagmentfeld Sport: Ein halbes Jahrhundert Einsatz für den VfL Hiddesen: Für seine herausragende Vereinsarbeit wurde Wilhelm Kramer mit dem Lippischen Ehrenring ausgezeichnet. Seit 1973 ist Kramer im VfL aktiv, prägte über 20 Jahre lang als Abteilungsleiter das Turnen und organisiert bis heute Senioren- und Fitnessgruppen. Besonders gewürdigt wurde sein Einsatz für die Gemeinschaft: Kramer leitete jahrzehntelang Jugendzeltlager, organisierte große Turnschauen sowie die 100-Jahr-Feier der Turnabteilung und integrierte erfolgreich zahlreiche Sportler mit Migrationshintergrund in den Breitensport. Heute bringt er seine Erfahrung im Ältestenrat des Vereins ein.
Gisela Langner, Engagementfeld Soziales: Für ihr außergewöhnliches soziales Engagement wurde Gisela Langner aus Lage mit dem Lippischen Ehrenring ausgezeichnet. Seit 2014 ist sie nahezu täglich im Karolinenheim aktiv und für die Bewohner zu einer unverzichtbaren Stütze im Alltag geworden. Ihr Wirken geht weit über einfache Besuche hinaus: Ob bei Spaziergängen, als Gesprächspartnerin oder Begleitung bei der jährlichen Seniorenreise nach Norderney, Gisela Langner schenkt den Menschen Zeit und Lebensqualität. Besonders geschätzt wird ihre tatkräftige Unterstützung auch bei Freizeitaktivitäten und Festen. So bereitet sie regelmäßig lippischen Pickert zu oder unterstützt den Weihnachtsmarkt bei der Zubereitung und beim Verkauf von selbstgemachten Likören, Keksen und Marmeladen. Als aktives Mitglied im Bewohnerbeirat vertritt sie zudem die Interessen der Senioren und gilt im gesamten Haus als die „gute Seele“.
Bernhard Utke, Engagementfelder Sport/Heimatpflege: Für sein Engagement im Sport sowie der Heimatpflege erhielt Bernhard Utke aus Dörentrup den Lippischen Ehrenring. Seit 1965 engagiert er sich als Übungsleiter im Westdeutschen Leitathletikverband und war über viele Jahre auch als Kampfrichter im Einsatz. Besonders verbunden ist er dem RSV Schwelentrup 1928.: Nach seinem Start als Fußballtrainer (1969) baute er die Leichtathletikabteilung auf, organisierte die Habichtsbergwaldläufe und leitete den Verein von 1986 bis 2005 als Vorsitzender. 1996 war er zudem Mitbegründer des FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen. Neben dem Sport prägt Utke das Gemeindeleben in Dörentrup durch vielfältige Ehrenämter. Er engagiert sich in Vereinen wie „Schwelentrup aktiv“ und „Tiere im Dorf“, wirkt als Wegemarkierer für Wanderwege und unterstützt das Projekt „Save the Kitz“. Bis heute bringt er sich aktiv als Sportabzeichenprüfer sowie in der Koordination vereinseigener Infrastruktur ein.
Ina Mattenklott, Engagementfeld Soziales/Fair-Trade: Über den Lippischen Ehrenring für ihr Engagement in der Fair-Trade-Bewegung durfte sich Ina Mattenklott freuen. Die Lemgoerin engagiert sich seit 1958 in der Vereinsentwicklung und der späteren Gründung eines Weltladens, der seit 1985 zentraler Akteur in der Alten Hansestadt ist. Bis heute ist sie im Weltladen aktiv und setzt sich dafür ein, dass fair gehandelte Artikel ausgewählt, bestellt und im Weltladen wieder verkauft werden. Einmal im Jahr spendet der Verein den Gewinn für gemeinnützige Zwecke. Dank ihres Einsatzes und ihrer Sachkenntnis ist Lemgo seit zehn Jahren eine zertifizierte Fairtrade-Stadt und konnte die Kriterien immer wieder erfüllen. Mattenklott gehört zu den prägenden Persönlichkeiten, die den Weltladen und das faire Engagement in Lemgo entscheidend mitgestaltet haben. Die Auszeichnung wurde stellvertretend von Traude Gedeon, einer Mitstreiterin im Weltladen entgegen genommen.
Heinz Tölle, Engagementfelder Kultur/Heimatpflege/Soziales: Für Heinz Tölle aus Lage gab’s den Lippischen Ehrenring für sein jahrzehntelanges Engagement in der Kultur- und Heimatpflege. Seit mehr als 25 Jahren engagiert er sich als Vorsitzender für die Aktionsgemeinschaft Heiden und hat zahlreiche Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte wie den Weihnachtsmarkt initiiert, organisiert und weiterentwickelt. Heinz Tölle stellt nicht nur seine Tatkraft, sondern auch sein privates Umfeld in den Dienst der Gemeinschaft: Sein Zuhause dient regelmäßig als Treffpunkt für Sitzungen und Vereinsfeste. Für die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ übernahm er die Organisation, Programmgestaltung und Betreuung. Sein Einsatz für ein lebenswertes Dorf zeigt sich zudem ganz praktisch in der kontinuierlichen Pflege von Grünflächen und Verkehrsinseln sowie in seiner Rolle als zentraler Ansprechpartner für alle Belange der Dorfgemeinschaft. Als ehrenamtlicher Bademeister und Rettungsschwimmer unterstützt er das Freibad sowie die Grundschule Heiden, begleitet seit vielen Jahren Ferienfreizeiten und bringt sich aktiv in schulische Projekte ein. Seine tiefe Verbundenheit zur Region rundet er durch seine aktive Mitgliedschaft im Lippischen Heimatbund ab.
Jannes Hartwig, Sonderpreis für „Jugendliches Engagement“: Der Sonderpreis für „Jugendliches Engagement“ ging an Jannes Hartwig aus Kalletal für sein Engagement als Fußballschiedsrichter. 2021, im Alter von nur 10 Jahren, besuchte er den Anwärterlehrgang als Schiedsrichter und begleitete erste Spiele in der D-Jugend. 2022 war er bereits als Linienrichter in der Westfalenliga der A-Jugend aktiv und begleitete 2023 Spiele in der C-Seniorenliga. Bei den ersten Spielen wurde Jannes noch von einem Schiedsrichter-Scout unterstützt, seit 2023 pfeift er selbstständig. 2024 stieg er bereits in die B-Liga der Senioren auf. Im Jugendbereich ist er eine unverzichtbare Stütze, er pfeift Bezirksligaspiele und ist als Assistent in den höchsten Verbandsspielklassen aktiv, darunter in der Frauen-Regionalliga und der Jugend-Westfalenliga. Aufgrund einer beeindruckenden Anzahl an Einsätzen hat er sich das Vertrauen von Vereinen, Spielern und Funktionären erarbeitet. Er gilt als Beispiel dafür, wie sich junge Nachwuchstalente in verantwortungsvollen Funktionen erfolgreich etablieren können.
„Förderverein Sabbenhausen“, Sonderpreis für „gemeinsames Engagement“: Den zweiten Sonderpreis für „gemeinsames Engagement“ überreichte Meinolf Haase an den „Förderverein Sabbenhausen“. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 hat der Verein das Gesicht des Lügder Ortsteils nachhaltig geprägt. Die Bilanz der Ehrenamtlichen ist beeindruckend: Ob der Bau der eigenen Sporthalle im Jahr 2009, die Neugestaltung des Dorfplatzes oder der kreative Umbau einer alten Trafostation zum Artenschutzturm für Vögel und andere Tiere, viele Menschen haben hier mit angepackt. Das Herzstück der jüngeren Vereinsgeschichte ist der Mehrgenerationen-treffpunkt. In einer beispiellosen Kraftanstrengung erwarb der Verein eine ehemalige Gaststätte und sanierte sie mit rund 10.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von Grund auf. Seit 2020 ist das Gebäude das lebendige Zentrum von Sabbenhausen: Es beherbergt ein Heimatmuseum, dient als Versammlungsort für Vereine und bietet im samstäglichen Dorfladen Backwaren und regionale Lebensmittel an. Das Dorf-Café hat sich zudem als fester Treffpunkt etabliert und wird, wie der gesamte Betrieb, rein ehrenamtlich geführt. 2025 wurde der Förderverein für dieses Projekt als NRW-Landessieger beim „Deutschen Nachbarschaftspreis“ geehrt. Die aktuelle Auszeichnung unterstreicht nun einmal mehr die Vorbildrolle der Sabbenhausener für den ländlichen Raum.



