Wer wird „Vogel des Jahres 2021“?

Dennis Wolter-Hausrotschwanz

Der Hausrotschwanz sitzt auf einem Zaun. Foto: NABU/Dennis Wolter

Naturschutzbund ruft zur Wahl auf

Leopoldshöhe. Der Naturschutzbund (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) rufen erstmals in Deutschland dazu auf, den „Vogel des Jahres 2021“ zu wählen. Ab sofort kann jeder unter www.vogeldesjahres.de den Lieblingsvogel nominieren, heißt es in einer Mitteilung des NABU Leopoldshöhe.

Die erste öffentliche Wahl zum 50. Jubiläum der Aktion „Vogel des Jahres“ verläuft in zwei Phasen. Bis zum 15. Dezember werden aus 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten des Landes zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab dem 18. Januar ins finale Rennen um den Titel. Am 19. März 2021 verkünden NABU und LBV den ersten öffentlich gewählten Vogel des Jahres.

Die Bürgerinnen und Bürger können erstmals die Wahl zum Vogel des Jahres selbst in die Hand nehmen. Ob Rotkehlchen, Weißstorch oder Eisvogel – viele Menschen in Deutschland haben einen Lieblingsvogel oder möchten etwas für den Schutz einer bestimmten Art tun. Wir rufen alle dazu auf, sich an dieser Wahl zu beteiligen, denn unsere bedrohte Vogelwelt braucht dringend mehr Aufmerksamkeit.

Der Vogel des Jahres ist seit einem halben Jahrhundert eine Erfolgsgeschichte von NABU und LBV. Besonders in Zeiten, in denen Menschen die Natur vor der eigenen Haustüre wieder entdecken, steigt das Interesse an der heimischen Vogelwelt und Artenvielfalt. Ganz Deutschland ist nun eingeladen, bei der Wahl zum Vogel des Jahres mitzumachen. Hierfür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse, nur den einen Vogel, der einem am Herzen liegt.

Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“, sieben weitere Prozent auf der entsprechenden Vorwarnliste. Besorgniserregend ist vor allem die Situation von Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche sowie vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft.

Der Kiebitz war Vogel des Jahres 1996. Foto: NABU/Dennis Wolter


Deutschland verzeichnet seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent. Mehr als zehn Millionen Vogelbrutpaare sind damit bereits von den Wiesen und Feldern Deutschlands verschwunden.

Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran, heißt es in der Mitteilung des NABU. Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern ließen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den Monokultur-Landschaften fänden sie keine Nahrung mehr, Feld- und Wegränder würden immer kleiner. “Wir brauchen dringend eine andere Form der Landwirtschaft, um die Feldvögel zu retten“, heißt es in der Mitteilung. Viele weitere Vogelarten kämpfen mit Problemen. So verliere der Mauersegler bei unbedachten Renovierungen von Gebäuden seine Brutplätze. Die Klimaerwärmung lasse den Lebensraum des Alpenschneehuhns schrumpfen.

Auf der Aktionsseite www.vogeldesjahres.de stehen 307 Vogelarten zur Wahl. Zudem gibt es dort ein Live-Ranking der Vögel. Wer den eigenen Vogelkandidaten noch mehr unterstützen möchte, kann mithilfe der Aktionsplattform online oder offline Wahlkampf betreiben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 und seitdem immer aus einem Gremium aus Fachleuten von NABU und LBV gekürt.